knie

Durch seine komplexe Band- und Knorpelstrukturen ist das grösste Gelenk im menschlichen Körper in der Lage, fast unglaubliche Belastungen zu tolerieren. Erheblich ist damit aber auch seine Verwundbarkeit, besonders im Rahmen von sportlichen Höchstleistungen. Betroffen sind Menisken, Kreuz- und Seitenbänder aber auch der Knorpel. Mit modernen Techniken werden selbst grosse Schäden im Gelenksinnern mit minimal invasiven Techniken (Arthroskopie) einer Behandlung zugänglich. Menisken werden statt entfernt wenn möglich genäht und Kreuzbänder mit einem Ersatz aus körpereigenem Material rekonstruiert. Trotz jahrzehntelanger Forschung kann aber der Gelenksknorpel bis heute nicht ersetzt werden. In fortgeschrittenen Fällen von Arthrose bleibt deshalb oft nur der Teil- oder Totalersatz des Gelenks. Hier geben individualisierte Operationsverfahren und leistungsfähige Prothesen Hoffnung auf eine weitere Verbesserung.

 

Kniegelenksersatz

Bein Kniegelenk wird nicht das Gelenk ersetzt sondern genaugenommen nur die Gelenksfläche. Dabei besteht die Möglichkeit einer Teil- oder einer Totalprothese. Ziel der Behandlung ist, möglichst viel von der ursprünglichen Beweglichkeit ohne Schmerzen wiederherzustellen. Der Knieoberflächenersatz weist weniger spektakuläre Ergebnisse auf als der Hüftersatz. Dies liegt an der komplexen Geometrie des Gelenks. Realistischerweise kann aber bei gutem Verlauf mit einem beschwerdefreien Gelenk gerechnet werden wobei aber eine leichte Verminderung der Beugefähigkeit die Regel ist.

Heute werden Kniegelenks Ersatzoperationen ausschliesslich patientenspezifisch durchgeführt. Dabei werden zunächst die individuellen Verhältnisse des Patienten mittels CT oder MRI erhoben. Aus diesen Daten werden individuelle Operationswerkzeuge mittels 3D Konstruktion hergestellt welche ausschliesslich für den betreffenden Patienten Verwendung finden. Das Verfahren bietet eine genauere Planungsmöglichkeit und ermöglicht damit eine schonenedere Operatinstechnik. Die zusätzlichen Kosten für dieses Verfahren belaufen sich auf wenige hundert Franken.

Bei gut implantierten Knieprothesen kann heute von einer Lebendauer von 25 und mehr Jahren ausgegangen werden. Ein Gelenkswechsel wegen Abnützung ist damit bei gutem Verlauf selten geworden.

Wir verwenden in der Orthopädie Im Park ausschliesslich Implantate aus Schweizer Produktion.


Kreuzbänder

Kreuzbänder stabilisieren das Kniegelenk Der Riss zur vorderen oder hinteren Instabilität. Sie kann mit weiteren Instabilitäten kombiniert sein. Häufige Kombinationen sind die anteromediale Instabilität mit Beteiligung des inneren Seitenbandes. Betroffen sind oft Fussballer oder Skifahrer, typischer Mechanismus ist die Verdrehung im Kniegelenk gegen den fixierten Unterschenkel. Die Diagnose erfolgt die Untersuchung, zur Beurteilung von Zusatzverletzungen ist die MRI zwingend. Kreuzbandrisse bei aktiven Patienten werden operativ behandelt. Die Instabilität kann teilweise durch Muskeltraining kompensiert werden doch empfiehlt sich die Operation, wenn die Instabilität eine Gefährdung darstellt. Instabile Gelenke haben zudem ein erheblich erhöhtes Arthroserisiko. Da es sich nicht um einen bedrohlichen Notfall handelt kann die Operation auch aufgeschoben erfolgen. Zwei operative Standardverfahren weisen sehr gute Langzeitresultate auf. Beide werden bei uns eingesetzt. Das hintere Kreuzband reisst bei Überstreckungs- oder bei Anpralltraumen, oft mit einem knöcherner Ausriss. Diese Verletzung wird im Vergleich zum vorderen Kreuzband viel seltener operativ versorgt.


Kniearthrose

Hyaliner Gelenkknorpel überzieht die Knochenoberfläche in den Gelenken. Er besteht meist aus einer wenige Millimeter dicken Schicht weisslichen Gewebes und verfügt über eine aussergewöhnlich hohe Belastungsfähigkeit. Instabilität ist nebst der altersbedingten Abnützung der häufigste Grund für Schäden am Knorpel. Dabei wird im Laufe der Jahre der gesamte Gelenksüberzug erodiert bis letztendlich Knochen auf Knochen steht. Bis heute ist es trotz sehr grossen Bemühungen nicht gelungen, hyalines Knorpelgewebe zu züchten. Weil sich der Knorpel aber nicht regeneriert, behilft sich die Natur bei Schäden mit einem Ersatzknorpel. Dieser ist mechanisch viel weniger belastbar, hat aber ein gewisses Reparaturpotential. Dieses Prinzip kann auch medizinisch genutzt werden. Es sind verschiedene Verfahren bekannt die teils gute Langzeitergebnissen aufweisen. Welches Verfahren einzusetzen ist hängt von einer genauen Fallanalyse ab. Anpreisungen, die eine Heilung der Arthrose versprechen sollten aber mit grosser Kritik beurteilt werden.

 

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